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Am nächsten Morgen wartete ich wie verabredet auf dem Zócalo, dem Hauptplatz und Zentrum jeder mexikanischen Stadt. Hier spielt sich alles Leben ab. Luftballonverkäufer stehen an jeder Ecke, im Zentrum des Platzes spielt eine Band, zu der mehrere ältere Paare tanzen, Verkäufer preisen die Waren ihrer Bauchläden an, Touristen fotografieren die Sehenswürdigkeiten, junge Paare sitzen engumschlungen auf den Parkbänken, und überall sind Kinder. Und ich stand noch immer am Eingang der Kirche und wartete und wartete... und dachte schon, dass ich vielleicht doch zur falschen Uhrzeit gekommen war. Aber da man mir bereits vorher von der mexikanischen Art der Pünktlichkeit erzählt hatte, und dass es keineswegs unüblich sei, eine halbe Stunde oder gar später nach dem verabredeten Zeitpunkt aufzutauchen, wartete ich weiter, in der Hoffnung, dass die Mexikanerinnen doch noch auftauchen würden. Und tatsächlich, nach einer halben Stunde sprach mich ein älterer grauhaariger Herr an, bei dem es sich um den versprochenen Fahrer, den Maler Pedro handelte. Er entschuldigte sich dann auch ganz betreten für die Unpünktlichkeit der beiden anderen. Und wir warteten weiter, nun zu zweit, und unterhielten uns dabei.
Vom anderen Ende des Zócalo näherte sich auf einmal laute Musik, Hupen und das Krachen von Feuerwerken. Als ich Pedro fragte, was denn das für ein Fest sei, erzählte er mir, dass heute der "Día de los taxistas", der Tag der Taxifahrer sei. An diesem Tag wird die Schutzheilige aller Taxifahrer gefeiert, und die über und über mit Blumen und bunten Heiligenbildern geschmückten Taxis fahren in einer langen hupenden Kolonne zur Kirche ihrer Schutzheiligen. Die im Schrittempo fahrenden Taxis wurden von lebenden Feuerwerken begleitet: umherhüpfende Männern, die sich ein Gestell um den Leib gebunden hatten, aus dem Funken sprühten und Kracher explodierten. Da hält man lieber etwas Abstand...
Nach sage-und-schreibe einer Stunde, als Pedro und ich gerade alleine aufbrechen wollten, tauchte letztendlich doch noch eine der beiden Mexikanerinnen auf, und es stellte sich heraus, dass sie die ganze Zeit am Eingang auf der anderen Seite der Kirche gewartet hatte. Da wir jetzt fast vollständig waren, beschloßen wir, loszufahren. Wir bahnten uns einen Weg zu Pedros roten Käfer und stellten fest, dass der Taxifahrerzug genau in die Richtung führte, in die auch wir wollten. Nach etwa einer Stunde waren wir endlich aus dem größten Chaos raus und holperten weiter auf der Straße Richtung Tule...
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